„Warum steht ihr da und schaut zum Himmel?“

Christi Himmelfahrt wirkt auf den ersten Blick wie ein Abschied. Jesus entzieht sich den Blicken seiner Freunde. Er geht zum Vater zurück. Die Jünger bleiben zurück – vielleicht ratlos, vielleicht traurig, vielleicht auch voller Fragen.

Und genau in diese Situation hinein sprechen die Engel:

„Warum steht ihr da und schaut zum Himmel?“

Diese Frage gilt auch uns heute.

Denn der Glaube an Christus lädt uns nicht ein, nur nach oben zu schauen und auf bessere Zeiten zu warten. Er sendet uns mitten hinein ins Leben. Jesus geht nicht weg, um fern zu sein – sondern um auf neue Weise gegenwärtig zu werden.

Wo Menschen einander Hoffnung schenken, wo Versöhnung möglich wird, wo jemand Zeit hat zuzuhören, wo wir füreinander da sind – dort wird etwas vom Himmel spürbar.

Christi Himmelfahrt erinnert uns daran: Der auferstandene Christus traut uns etwas zu. Er sendet uns als Zeuginnen und Zeugen seiner Liebe in diese Welt.

Vielleicht ist das die eigentliche Botschaft dieses Festes: Nicht stehen bleiben. Nicht nur in den Himmel schauen. Sondern mit offenen Augen und offenem Herzen den Menschen begegnen.

Dann kann Gottes Nähe mitten unter uns erfahrbar werden.

Herr Jesus Christus, du bist zum Vater heimgekehrt und bleibst uns dennoch nahe.
Schenke uns den Mut, unseren Glauben im Alltag zu leben. Öffne unsere Augen für die Menschen, die unsere Aufmerksamkeit, unsere Zeit und unsere Hoffnung brauchen. Lass uns Zeugen deiner Liebe sein. Heute und alle Tage. Amen.

Ostermontag – unterwegs mit neuer Hoffnung

Wenn sich Wege verwandeln

Zwei Menschen gehen.

Der Weg ist lang.
Die Gedanken sind schwer.

Sie sprechen über das,
was geschehen ist.

Über Enttäuschung.
Über Fragen.
Über das,
was sie nicht verstehen.

Da geht einer mit.

Zuerst unerkannt.
Still an ihrer Seite.

Er hört zu.
Er bleibt.

Und langsam
verändert sich der Weg.

Aus Fragen
wird Vertrauen.

Aus Dunkelheit
wächst Licht.

Vielleicht geschieht das auch heute:

dass Hoffnung dort beginnt,
wo jemand mitgeht,
wo Worte tragen,
wo ein neues Verstehen wächst.

Manchmal erkennen wir erst im Weitergehen:
Wir sind nicht allein. ✨

Ostersonntag – Licht bricht auf

Wo neues Leben beginnt

Noch ist es früh.

Der Stein ist weggerollt.
Das Grab ist offen.

Aus der Dunkelheit
wächst neues Licht.

Was verloren schien,
wird verwandelt.

Ostern erzählt
nicht vom Ende,
sondern vom Anfang.

Leben bricht auf.
Hoffnung bekommt Raum.

Vielleicht beginnt Auferstehung
manchmal ganz leise:

im neuen Mut,
im ersten Licht,
im Vertrauen,
dass Gott Wege öffnet.

Das Leben ist stärker. ✨

Karsamstag – die stille Zeit dazwischen

Zwischen Grabesstille und neuer Hoffnung

Ein Tag ohne große Worte.

Das Grab ist verschlossen.
Die Fragen bleiben.

Was gestern geschehen ist,
steht im Raum.

Trauer hält inne.
Hoffnung wartet.

Karsamstag kennt dieses Dazwischen:
noch keine Antwort,
noch kein neues Licht.

Nur Stille.

Vielleicht ist gerade darin
ein besonderer Raum:

für das, was unausgesprochen bleibt,
für das, was wir Gott anvertrauen.

Auch die Stille
gehört zum Weg.

Karfreitag – unter dem Kreuz

Wo Worte verstummen und Liebe bleibt

Es wird still.

Worte verstummen.
Der Weg endet am Kreuz.

Jesus trägt,
was Menschen ihm auferlegen.
Er trägt Schmerz,
Angst und Verlassenheit.

Und dennoch bleibt Liebe.

Keine große Antwort.
Kein sichtbarer Sieg.
Nur dieses Bleiben.

Unter dem Kreuz
steht die Hoffnung still
und gibt doch nicht auf.

Karfreitag erinnert uns:
Auch in den dunklen Stunden
ist Gott nicht fern.

Er bleibt dort,
wo Menschen leiden,
wo Tränen fallen,
wo Worte fehlen.

Am Ölberg – Einladung zur Stille

Der Ölberg am Abend des Gründonnerstags erinnert an jene Nacht, in der Jesus den Weg des Vertrauens gegangen ist – betend, ringend und ganz offen vor Gott. Inmitten von Angst und Unsicherheit sucht er die Stille und bleibt im Gespräch mit dem Vater.

Auch für uns kann dieser Ort zu einer Einladung werden: Sorgen, Fragen und alles, was uns bewegt, nicht zu verdrängen, sondern vor Gott hinzulegen. Gerade in stillen Momenten wächst oft die Ahnung, dass wir mit dem, was uns beschäftigt, nicht allein sind.

„Bleibt hier und wacht mit mir“ – dieser Satz Jesu lädt ein, einen Augenblick bewusst dazubleiben, still zu werden und dem Raum zu geben, was im Alltag oft keinen Platz findet.

Manchmal beginnt Hoffnung dort, wo wir still werden.

Gründonnerstag – ein Abend voller Erinnerungen

Ein Tisch ist gedeckt.
Brot liegt bereit.
Ein Kelch wird gereicht.

Im Dämmerlicht des Abends:
ein Moment der Nähe,
ein Zeichen der Liebe,
ein stilles Vermächtnis.

„Tut dies zu meinem Gedächtnis“ –
nicht nur als Erinnerung,
sondern als Einladung:
zum Teilen,
zum Dienen,
zum Bleiben.

In jedem gebrochenen Brot
liegt ein Stück Hoffnung.
In jedem Schluck vom Kelch
ein Versprechen von Leben.

Heute –
lass den Lärm verstummen.
Lass das Herz hören.
Lass die Seele erinnern.

Vielleicht ist der Gründonnerstag
die Einladung, still zu werden
und neu zu spüren:

Er ist da –
im Einfachen,
im Miteinander,
im Zeichen seiner Liebe. 

Palmsonntag – Beginn der Hl. Woche

Palmsonntag – Hoffnung, die mitgeht

Sie breiten ihre Kleider auf dem Weg aus.
Sie schneiden Zweige von den Bäumen und rufen: Hosianna!
Jesus zieht in Jerusalem ein.

Er kommt nicht hoch zu Ross,
nicht mit Macht und Stärke,
sondern auf einem Esel – friedlich und bescheiden.

Der Palmsonntag lädt uns ein, Hoffnung sichtbar zu machen.
Mit unseren Palmzweigen, mit unserem Gebet, mit unserem Mitgehen.

Gott kommt uns entgegen.
Nicht fern und unnahbar,
sondern mitten hinein in unseren Alltag, in unsere Gedanken, in unser Leben.

Was dürfen wir ihm heute hinhalten?
Unsere Freude.
Unsere Sorgen.
Unsere Sehnsucht nach Frieden.

Wir dürfen darauf vertrauen:
Er sieht uns.
Er hört unsere Stimmen – die lauten und die leisen. 🌿