
Christi Himmelfahrt wirkt auf den ersten Blick wie ein Abschied. Jesus entzieht sich den Blicken seiner Freunde. Er geht zum Vater zurück. Die Jünger bleiben zurück – vielleicht ratlos, vielleicht traurig, vielleicht auch voller Fragen.
Und genau in diese Situation hinein sprechen die Engel:
„Warum steht ihr da und schaut zum Himmel?“
Diese Frage gilt auch uns heute.
Denn der Glaube an Christus lädt uns nicht ein, nur nach oben zu schauen und auf bessere Zeiten zu warten. Er sendet uns mitten hinein ins Leben. Jesus geht nicht weg, um fern zu sein – sondern um auf neue Weise gegenwärtig zu werden.
Wo Menschen einander Hoffnung schenken, wo Versöhnung möglich wird, wo jemand Zeit hat zuzuhören, wo wir füreinander da sind – dort wird etwas vom Himmel spürbar.
Christi Himmelfahrt erinnert uns daran: Der auferstandene Christus traut uns etwas zu. Er sendet uns als Zeuginnen und Zeugen seiner Liebe in diese Welt.
Vielleicht ist das die eigentliche Botschaft dieses Festes: Nicht stehen bleiben. Nicht nur in den Himmel schauen. Sondern mit offenen Augen und offenem Herzen den Menschen begegnen.
Dann kann Gottes Nähe mitten unter uns erfahrbar werden.
Herr Jesus Christus, du bist zum Vater heimgekehrt und bleibst uns dennoch nahe.
Schenke uns den Mut, unseren Glauben im Alltag zu leben. Öffne unsere Augen für die Menschen, die unsere Aufmerksamkeit, unsere Zeit und unsere Hoffnung brauchen. Lass uns Zeugen deiner Liebe sein. Heute und alle Tage. Amen.






