Weg zur Weihnacht–Bibel hören.lesen.leben-zum Nachlesen

Weg zur Weihnacht – Bibel hören.lesen.leben – Vers und Impuls

Gehen wir den Weg zur Weihnacht mit einem täglichen Bibelvers aus der Tagesliturgie des nächsten Tages. Die kurzen Texte und Fragen dazu sind Gedanken von Helga Hornbachner.

 

Weg zur Weihnacht – Bibel hören.lesen.leben 1. Dezember
Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe. Darum lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts.
(Brief an die Römer 13,12)
So schreibt Paulus. Ja, es ist finster. Manchmal auch in mir. Waffen des Lichts anlegen – was heißt das für mich? „Sei höflich und freundlich, anderen stets gut gesinnt. Und zeig damit, dass Gottes Liebe bei dir beginnt.“ Das könnte damit gemeint sein. Mit diesen „Waffen“, die ich anlegen kann, bin ich stark in der Finsternis dieser Welt.
Das ist mein erster Schritt auf Weihnachten zu – Waffen des Lichts anlegen.

Weg zur Weihnacht – Bibel hören.lesen.leben 2. Dezember
Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen. Jesus sagte zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen. (Matthäus 8,6-7)
Wie oft tut mir etwas weh, körperlich und/oder seelisch fühle ich mich wie gelähmt und eingesperrt in meine Schmerzen. Oft sage ich mir: Anderen geht es noch schlechter. Und fühle mich nicht gut dabei. Kann auch ich für mich das Wort Jesu annehmen und daran glauben, dass er der Heiland ist, der kommen wird?
Das ist mein zweiter Schritt auf Weihnachten zu – eine Frage an mich selbst.

Weg zur Weihnacht – Bibel hören.lesen.leben 3. Dezember
In jener Zeit erschien Jesus den Elf und sprach zu ihnen: Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! (Markus 16,15)
Manchmal fällt mir auf, wie selten ich von dem Wort rede, an das ich glaube. Und kaum einer stellt heute noch die Gretchenfrage (J.W.v.Goethe, Faust: Gretchen fragt Heinrich Faust: „Nun sag, wie hast du‘s mit der Religion?“). Warum also sollte ich darüber reden? Wenn es sowieso niemand interessiert? Oder könnte ich anders auch das Evangelium verkünden, nicht mit Worten?
Das ist mein dritter Schritt auf Weihnachten zu – der Versuch, das Evangelium, die frohe Botschaft, mit dem, wie ich lebe, ein bisschen sichtbar zu machen. Vielleicht fragt dann jemand. Dann will ich ehrlich antworten.

Weg zur Weihnacht – Bibel hören.lesen.leben 4. Dezember
Er zerreißt auf diesem Berg die Hülle, die alle Nationen verhüllt, und die Decke, die alle Völker bedeckt.
(Jesaja 25,7)
Endzeitliche Aussichten. Wenn alles offengelegt ist, ist alles vorbei, und ich weiß alles. Die Frage „Warum?“ stellt sich dann nicht mehr. Jetzt sehe ich nur wenig, bin geistig und seelisch noch sehr kurzsichtig. Es fällt manchmal schwer, zu akzeptieren, dass ich so wenig weiß. Na ja, dann glaube ich halt . . . und das ist auch ein Schritt auf Weihnachten zu.

Weg zur Weihnacht – Bibel hören.lesen.leben 5. Dezember
Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute.
(Matthäus 7, 24)
Meistens glaube ich ja, dass ich klug bin. Aber dann gibt es die Momente, in denen ich mir nicht sicher bin, ob ich die Worte Jesu hören und verstehen und sogar danach handeln kann. Unsicher bin ich dann – und lese noch einmal die Worte Jesu. Mein fünfter und täglicher Schritt auf Weihnachten zu.

Weg zur Weihnacht – Bibel hören.lesen.leben 6. Dezember
Als Jesus weiterging, folgten ihm zwei Blinde und schrien: Hab Erbarmen mit uns, Sohn Davids!
(Matthäus 9,27)
Diese Schritte hinter Jesus her bringen den zwei Blinden die Heilung. Ein weiterer Schritt Richtung Weihnachten ist für mich die Erkenntnis, dass Jesus heilen will, aber ich, wenn ich geheilt werden will, auch etwas dazu tun muss. Hinter ihm hergehen und schreien – oder beten. 

Weg zur Weihnacht – Bibel hören.lesen.leben 7. Dezember
Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.
(Johannes 10,11)
Auf Weihnachten, auf die Geburt Jesu will ich zugehen. Da will ich noch nichts davon wissen, dass dieses Jesuskindlein, das Christkindl, das wir in der Weihnacht feiern, sein Leben hingibt für uns. Das kommt doch erst in der Fastenzeit. Darin liegt für mich aber auch der Unterschied zwischen Kinderglauben und Erwachsenenglauben: zu Weihnachten schon Ostern im Blick haben, daran glauben, dass jedes Kind, das geboren wird, mit Jesus auch für das ewige Leben geboren wird, nicht für den Tod. Diesen Schritt auf Weihnachten will ich gehen – meinen Kinderglauben hinterfragen und erwachsen werden lassen.

Weg zur Weihnacht – Bibel hören.lesen.leben 8. Dezember
Darum nehmt einander an, wie auch Christus uns angenommen hat, zur Ehre Gottes.
(Brief an die Römer 15,7)
Zur Ehre Gottes einander annehmen, wäre – wirklich getan – Frieden auf der Welt. Wenn ich nämlich einen anderen so annehmen kann, wie Christus uns angenommen hat – eben so, wie er ist, kann ich ihn nicht bekämpfen. Aber was ist, wenn der andere mich nicht so annimmt? Darf ich mich schon wehren, beschweren oder diesen Menschen sogar ablehnen? Vielleicht gelingt es mir als weiteren Schritt auf Weihnachten zu, wenigstens mich anzunehmen, zur Ehre Gottes. Dann ist es vielleicht auch mit anderen leichter, weil vor Gott ja jeder Mensch genau soviel wert ist wie ich.

Weg zur Weihnacht – Bibel hören.lesen.leben 9. Dezember
Gepriesen sei Gott, der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus.

Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.
(Brief an die Epheser 1,3)
Wenn ich gesegnet bin, ist das gut. Und ich kann danach leben. Auch wenn es mir schwerfällt, heute ganz konkret, zum Beispiel, spüre ich den Segen nicht wirklich. Müdigkeit, Angst, Ärger spüre ich – und traurig bin ich, weil ich eben müde, ängstlich und ärgerlich bin. Da ist es gut, wenn ich dieses Wort lese – und dann kann ich trotz allem wieder anders in den Tag gehen. Das ist ein schwerer Schritt auf Weihnachten zu, heraussteigen aus dem Ärger des Alltags und bewusst daran denken, dass wir alle gesegnet sind.