FASTENZEIT MIT BIBELWORT

(Täglicher Bibelvers aus dem Tagesimpuls mit kurzen Gedanken von HMH)


Mittwoch, 3. März
Matthäus 20,25
Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen.

Wir wissen das auch. Die Mächtigen sind zwar bei uns heute andere als damals. Aber unterdrückt fühlen wir uns gerade jetzt von Einschränkungen und Vorschriften der Politik, beherrscht von der Macht des Geldes. Jesus sagt wieder: „Bei euch soll es anders sein!“ Das heißt, auch das bisschen Macht, das bisschen Einfluss, das ich über andere habe, soll ich nicht missbrauchen. Wenn ich „Macht“ jetzt anders auslege, fällt mir ein, dass ich Macht darüber habe, was ich wann und wie sage und tu. Und auch diese Macht soll ich nicht missbrauchen.


Dienstag, 2. März

Matthäus 23,8
Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder.

Wieder sagt Jesus: „Ihr aber“, wieder erwartet er von uns Christen, dass wir anders handeln als die Schriftgelehrten und Pharisäer, die nur reden, vorne stehen wollen, aber nicht tun.
Vor einigen Jahren habe ich eine Frau aus China kennengelernt, die ihre Kinder christlich taufen ließ. Als ich sie nach dem Warum fragte, antwortete sie: „Da, wo ich früher gelebt habe, war eine einzige Familie, die Christen waren. Und die waren so anders, so höflich, auch in der Familie. Das hat mich beeindruckt.“
Wie Brüder, wie Geschwister, im besten Sinn des Wortes, sollen wir sein. Und daran würde man auch bei uns Christen wieder erkennen können.


Montag, 1. März
Lukas 6,36
Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist!

Unmöglich scheint mir, was Jesus erwartet. Barmherzig will ich sein, ja, aber so, wie Gott es ist? Gottes Barmherzigkeit ist so unvorstellbar groß, wie Gott selbst es ist. Nur in dem kleinen Bereich, den ich überschaue, kann ich es versuchen. Barmherzig, und nicht verärgert, will ich sein, da, wo ich bin, bei den Menschen, denen ich Tag für Tag begegne.


2. Fastensonntag, 28. Februar

Brief des Apostel Paulus an die Gemeinde in Rom 8, 32

Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont,
sondern ihn für uns alle hingegeben –
wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?

 So hat uns Gott schon alles geschenkt. Dankbar können wir annehmen.


Samstag, 27. Februar

Matthäus 5, 44-45

Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen,
45damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

Macht Gott keinen Unterschied zwischen mir und denen, die mich verfolgen? Oder bedeutet diese Stelle auch, dass ich nicht darüber urteilen soll, wie jemand zu bewerten ist? Ja, manchmal fühle ich mich ungerecht behandelt, verfolgt oder verkannt. Und ärgere mich über diejenigen, die (meiner Meinung nach) an diesem Gefühl schuld sind. Und dann ist es schwer für mich, diesem Gebot Jesu zu folgen. Aber versuchen kann ich es wenigstens.


Freitag, 26. Februar

Ezechiel 18, 23
Habe ich etwa Gefallen am Tod des Schuldigen – Spruch Gottes, des Herrn – und nicht vielmehr daran, dass er seine bösen Wege verlässt und so am Leben bleibt?  

Gott traut uns zu, dass wir unrechte, böse Wege verlassen. Manchmal habe ich Angst, dass ich nicht erkenne, ob ich auf einem bösen Weg unterwegs bin. In dieser Unsicherheit bete ich um den Geist Gottes. Allein kann ich nicht erkennen, allein kann ich nicht umkehren. Aber mit Gottes Hilfe kann ich mich entscheiden, welchen Weg ich gehen will.


Donnerstag, 25. Februar

Psalm 138 (137) 8

Der Herr nimmt sich meiner an.
Herr, deine Huld währt ewig.
Lass nicht ab vom Werk deiner Hände!

Bibelworte, die Mut geben, begleiten mich durch die Fastenzeit. Gerade heuer möchte ich mich dankbar öffnen für jedes Wort, das mich im Vertrauen auf Gott stärkt.


Mittwoch, 24. Februar Gedenktag des Apostels Matthias

Apostelgeschichte 1, 26

Dann gaben sie ihnen Lose; das Los fiel auf Matthias, und er wurde den elf Aposteln zugerechnet.

Der heilige Matthias wurde so dazu erwählt, die Lücke auszufüllen, die durch den Verrat des Judas entstanden war. Matthias hat laut Apostelgeschichte den irdischen Jesus gekannt und wurde von den anderen Aposteln anerkannt als einer, der das Evangelium verkünden kann. Bitten wir den heiligen Matthias um seine Fürsprache bei Gott für uns alle, damit wir, wenn das Los auf uns fällt, Gottes Wort verkünden können.


Dienstag, 23. Februar

Matthäus 6, 7-15

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
7Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen.
8Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet.
9So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt,
10dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde.
11Gib uns heute das Brot, das wir brauchen.
12Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben.
13Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen.
14Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben.
15Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben. 

Dankbar und bewusst will ich beten, wie Jesus uns gelehrt hat.


Montag, 22. Februar, Kathedra Petri (Gedenktag der Berufung des Petrus zum Lehramt in der Kirche)

Matthäus 16,15

Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?

Die Antwort von Simon ist bekannt: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! Daraufhin nannte ihn Jesus: Petrus, der Fels. Und in diesem felsenfesten Bekennen und Glauben soll Petrus Lehrmeister sein.


1. Fastensonntag, 21. Februar 

Genesis 9,11

Ich richte meinen Bund mit euch auf:
Nie wieder sollen alle Wesen aus Fleisch
vom Wasser der Flut ausgerottet werden;
nie wieder soll eine Flut kommen und die Erde verderben.

Das ist die Zusage Gottes nach der Sintflut. Das ist die Zusage Gottes. Sie gilt. Im Vertrauen darauf fühle ich mich im Bund mit Gott sicher. Und versuche, aus dieser Sicherheit zu leben und diese Sicherheit zu vermitteln.


Samstag, 20. Februar

Jesaja 58,9b

Wenn du der Unterdrückung bei dir ein Ende machst, auf keinen mit dem Finger zeigst und niemand verleumdest,

Die Ehrlichkeit meines Rufes nach Gott zeigt sich auch an meinem Verhalten. Nicht die anderen, ich soll bei mir der Unterdrückung ein Ende machen, ich soll auf keinen mit dem Finger zeigen und niemand verleumden, damit meine Finsternis hell wird.


Freitag, 19. Februar

Jesaja 58,9a

Wenn du dann rufst, wird der Herr dir Antwort geben, und wenn du um Hilfe schreist, wird er sagen: Hier bin ich.

Auch wenn ich richtig faste, so wie es in den Versen 6-7 beschrieben ist, gibt der Herr erst dann Antwort, wenn ich rufe. Auf meinen ehrlichen Ruf nach Gott erhalte ich Antwort.


Donnerstag, 18. Februar

Lukas 9,22

Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen.

Jesus hat gewusst, was auf ihn zukommt. Als Mensch und Gott ist er bewusst seinen Weg gegangen, um uns der Weg zum ewigen Leben zu sein.


Aschermittwoch, 17. Februar 

2. Brief an die Gemeinde in Korinth, 6,2

Denn es heißt:
Zur Zeit der Gnade habe ich dich erhört,
am Tag der Rettung habe ich dir geholfen.
Siehe, jetzt ist sie da, die Zeit der Gnade;
siehe, jetzt ist er da, der Tag der Rettung.

Schwer ist es, JETZT als Zeit der Gnade anzunehmen. Später, vielleicht, wenn die Pandemie vorbei, dann kann sie sein, die Zeit der Gnade. Zu Ostern, vielleicht, dann kann sie sein, die Zeit der Gnade. Oder vielleicht war sie schon, die Zeit der Gnade? Früher, als alles besser war? Da frage ich mich, wann ich lebe – – – JETZT.

Heute beginnt die Fastenzeit. Jetzt soll ich fasten, bis Ostern auf etwas verzichten. Fasten ist ein Zeichen der Freiheit, ein Zeichen der Selbstbestimmtheit. Ich habe die Freiheit NEIN zu sagen zu zu viel Essen und Trinken, NEIN zu sagen zu zu viel Zeitverschwendung, NEIN zu sagen zu Verhalten, das mir oder anderen schadet. Jetzt kann ich selbstbestimmt JA sagen zu gesunder Genügsamkeit, JA zu meiner begrenzten Zeit, JA zum achtsamen Umgang mit mir und anderen.
Heute beginnt die Fastenzeit, die mir zur Zeit der Gnade werden kann.