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I n f o r m a t i o n
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Restaurierungsarbeiten
im Zusammenhang mit dem Jubiläum
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2005:
vollständige. Restaurierung des Stuccos
der zwei vorderen Seitenaltäre und der zwei Altarblätter
von Gedon:
*Abschied Apostel Petrus und Paulus in
Rom vor dem Martyrium und
* der hl. Kapuzinerbruder Felix von
Cantalice
(Renovierungsspende der Familie Hoyos,
Horn, deren Patron dieser Heilige der katholischen Reform um 1650 ist)
2006:
vollständige. Restaurierung des Stuccos
der zwei hinteren Seitenaltäre sowie der zwei
Altarblätter:
* der hl. Benedikt und die 14
benediktinischen Nothelfer
von Joh. W. Bergl (1786)
* der hl. Leopold in der himmlischen
Glorie,
von Johann M. Schmidt (1786)
vollständige Renovierung der
„Kerzenkammer“:
Fußboden, Beleuchtung der Statuen, Einbau eines kräftigen
elektrischen Ventilators und neuer Platz für Kerzenopfer; (sowie
Färbelung, Erneuerung der Möglichkeit, Andenkenbilder für die
Verstorbenen anzubringen, Katalogisierung aller bisherigen
Sterbebildchen nach Alphabet und Datum sowie Aufstellung eines neuen
Kerzenleuchters für kleine wächserne Lichtkerzen, alles Spende
einer gebürtigen Dreieichnerin, Geschäftsfrau, Schlosserarbeiten
verfertigt von einem ortsansässigem Schmiedemeister).
Entstaubung, Entrußung, Polieren und div.
Retuschen des Stuccos des ganzen Hochaltares, sowie Anbringung
einer neuen Beleuchtung des Hochaltares
(Zusammenarbeit mit vom Bundesdenkmalamt anerkannten
Restaurator/Innen).
Interview mit P.Robert Bösner OSB
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Herr F. Bertl (Kirche bunt):
Welche Bedeutung sehen Sie als Wallfahrtspfarrer und
Diözesanverantwortlicher für das Wallfahrtswesen in der Feier des 350.
Jubiläums der Wallfahrt nach Maria Dreieichen?
Wallfahrtspfarrer P.Robert:
Für mich hat die Feier des 350. Jubiläums des Beginnes der Wallfahrt
eine lokale, eine diözesane und eine grenzüberschreitende Bedeutung.
Lokal: mit der historisch begründeten Teilnahme der
Stadtpfarre Horn an den Jubiläumsfeiern verwirklicht sich ein Stück von
dem, was der Heimatdichter Moriz Schadek (1840-1928) über die
Wallfahrtsbasilika Maria Dreieichen sagte: „Sie ist die Perle des Horner
Beckens!“ Das gilt aber nicht nur im künstlerischen Sinne sondern auch
im Sinne des Herrenwortes: „Ein Mann suchte kostbare Perlen und als es
eine besonders schöne fand, verkaufte er alles, was er besaß, um sie zu
erwerben“ Im Wallfahrtsgeschehen sind verborgene geistliche Schätze zu
finden und sie können weite Bereiche des Lebens der Kirche
„mobilisieren“, in unserem Falle das Horner Becken, das ja mit St.
Marein („ Zu den sieben Freuden Mariens“) schon eine über 600jährige
marianische Wallfahrtstradition hat. die - wie die Geschichte zeigt -
Maria Dreieichen („Zu den sieben Schmerzen Mariens“) religiös den Weg
bereitet hat,
Diözesan: Die Mutter Gottes ist immer für eine
Überraschung gut!
In den ersten Tagen des aktuellen Kirchenjahres, in das unser 350.
Jubiläum fällt, jährte sich der 40. Jahrtag des Abschlusses des 2.
Vatikan. Konzils (7./8.Dezember 1965). Damals wurde u.a. das für mich so
bedeutsame Dekret über „Dienst u Leben der Priester“ promulgiert.
Unser Herr Diözesanbischof machte an diesem Tag eine persönliche (!)
Wallfahrt zur Schmerzhaften Mutter von Maria Dreieichen und betete in
seinem / unserem großen Anliegen des Aufbruchs unserer Diözese zu
Erneuerung und Glaubensausbreitung. Nicht er ging zu den Wallfahrern, um
mit ihnen zu feiern, wie es sonst üblich ist, sondern er lud die
Gläubigen ein, mit ihm in diesem gemeinsamen Anliegen zu beten.
Die Grundidee
seiner Absichten ist es, „den Menschen bewusst zu machen, Gott ist
immer da, er ist den Menschen überall nahe". Mit diesen Worten legte er
sein Anliegen am 10.März dar, als er im Landhaus die erste Phase
seiner Missionskampagne präsentierte.
Wenn diese Kampagne nun am 1. August in die zweite Phase
eintritt, so ist an eine Reihe weiterer, durchaus unkonventioneller
Aktionen gedacht, wieder vorrangig mit dem Ziel, dass die Menschen im
Alltag besser wahrhaben können, dass Gott immer da ist und den
Menschen überall nahe ist. – Durch Plakate und eine Reihe weiterer
Aktionen werden Botschaften vermittelt, die Gott ins Gespräch bringen
sollen.
Die Neu- Inthronisierung der Wallfahrtsstatue auf den ihr durch 250
Jahre „zustehenden“ Platz im Schrein unseres nun renovierten barocken
Hochaltares hat in dieser zweiten Phase ebenfalls eine
„unkonventionelle“ deutliche Zeichensprache.
Wieder lädt der Bischof zum Mitbeten in seinem apostolischen
Missionsanliegen an diesem Tag ein; ein Tag, der in Maria Dreieichen
seit 50 Jahren mit einem vollkommenen Ablass verbunden ist. Wer sich
dieses Gnadengeschenk mittels der vorgesehenen Entschlüsse und Gebete
(Beichte, entschlossene Abkehr von der Sünde, Empfang der hl. Kommunion
und Gebet für den Heiligen Vater) erbittet, bekommt dadurch geistliche
Hilfen geschenkt, um mit größerer innerer Freiheit die Sendung
der Kirche im eigenen Lebensbereich zu übernehmen.
Grenzüberschreitend: Immer mehr wird mir deutlich, dass
die Gläubigen der kirchlichen Nachbarschaft im Norden auf unsere Diözese
und auf unsere Basilika schauen, wo ein von + Papst Johannes Paul II
gesegnetes Fenster mit der Darstellung der „Konpatrone Europas aus dem
ersten Jahrtausend“, dem Hl. Bendikt und dem Hl. Brüderpaar Cyrill und
Method, an die Verehrung dieser heiligen Patrone bei uns erinnert. Nicht
von ungefähr wurden wir, hier in Maria Dreieichen und jene aus unserer
Diözese, die das Anliegen werten können, heuer vom Rektor von Velehrad
zur großen Abschlussfeier der 6. Fußwallfahrt der Gläubigen aller
Diözesen der Tschechischen Republik im alten Wirkungsort der beiden
Glaubensboten bei den slavischen Völkern eingeladen (Samstag, 26.
August 2006. Abfahrt von Maria Dreieichen um 5.30 Uhr; tel: 02982.8253
Preis: € 25,)
Was die 6.Wallfahrt seit dem Jubiläumsjahr 2000 in den Diözesen der
Tschechischen Republik beabsichtigt, das geschieht in unserer Diözese
durch die Missionskampagne aller, die sich von unserem Diözesanbischof
ansprechen lassen; nämlich eine „Wallfahrt“ eigener Art auf den „Weg“
des Glaubens mit und für alle Mitmenschen zu unternehmen.
Bertl:
Was ist das Bedeutsame der Verehrung der Schmerzhaften Mutter, wie
sie ja auch anders wo in unserer Diözese (z.B. in Maria Taferl) verehrt
wird?
Und was ist das Typische der 350jährigen Verehrung Mariens gerade in
Maria Dreieichen ?
P.Robert:
Die Verehrung der schmerzhaften Mutter weckt die innere Kraft zur
fruchtbaren Annahme der Jüngerschaft Jesu nach Mariens Vorbild.
Bei unserem „Vesperbild“ hält Maria den
geopferten Jesus in ihren Händen und drückt ihn an ihr unbeflecktes Herz
als Zeichen, dass sie alles, auch Opfer und stellvertretendes Leiden, an
der Seite Jesu mit ihm aushält . Zugleich ist sie jene,
die zu ihm „hält“, auch wenn es kritisch geworden ist und
ihn alle anderen „starken“ Männer verlassen haben. Nur der Apostel
Johannes rettet durch sein Bleiben mit Maria bei dem Kreuze Jesu die
„Ehre“ des Apostelkollegiums.
Zum Typischen der Maria Dreieichenwallfahrt: Entgegen allen menschlichen
Erwartungen ist in diesen vergangenen 350 Jahren die Wallfahrt
unerwartet gewachsen, bis zu dem, dass wir im kommenden
Jahr – so Gott will- das goldene Jubiläum der Erhebung zur päpstlichen
Basilika feiern dürfen. Bildhaft gesprochen, ist in diesen 350 Jahren in
Maria Dreieichen das „Wasser immer wieder bergauf ‚geronnen’.“ Details
dazu kann ich Ihnen gerne bei einer Wallfahrt erzählen.
Genau zur gleichen Zeit als Maria Dreieichen entstand, also vor 350
Jahren, wollte auch der katholische Grundherr von Horn, Ferdinand
Graf Kurz, im Sinne der katholischen Reform aus guten
kirchenpolitischen Gründen Horn zu einem Zentrum katholischen
Wallfahrtslebens machen. Aber nachdem sich unter Kaiser Josef II die
staatliche Kirchenpolitik wendete (Aufklärung, Staatskirchentum), wurde
jener Altöttinger Kapelle in der Horner Vorstadt die Weihe „weggenommen“
(sie wurde „exsekriert“) und dadurch zu einem zivilen Gebäude wie jedes
andere Haus erklärt. Und es ist auffallend, dass damals auch die Kopie
der Wallfahrtsstatue der Muttergottes von Altötting, die 1657 unter
großem Aufwand nach Horn kam, 1785 einfach „verloren ging“ (Es ist das
Jahr der eigenmächtigen Gründung der Diözese St. Pölten durch die
„Kirchenpolitik“ des Kaisers Josef II )
Zur gleichen Zeit also, als mit höchster gräflicher Protektion die
Wallfahrt in Horn gefördert wurde, trug ein Horner Kürschnermeister als
Bekenntnis zu einer inneren Weisung seine wächserne Marienstatue zu
einer markanten Baumgruppe am Molderberg. Es sollte ein Zeichen des
Dankes an den Himmlischen Vater für gewährte Genesung sein
Alle wussten, dass sich Mathias Weingartner, ein Meister aus der
Modebranche (!), religiös dazu mühselig innerlich durchgerungen hatte.
Das gläubige Gottesvolk fühlte sich aber dort geistlich mehr daheim,
als bei jenem Heiligtum, wo sich die vornehme Horner Gesellschaft
einstellte.
Bertl:
Hat die Erinnerung an die Vergangenheit der Wallfahrt für unsere
heutige Zeit noch eine echte Bedeutung oder ist das alles nur Nostalgie,
Wehmut nach der Vergangenheit ?
P.Robert Bösner:
Jede kirchlich anerkannte Wallfahrt bezeugt ein Stück lokaler
„Heilsgeschichte“ durch die Jahrhunderte. Sie ist nicht Aufbauschung
religiöser Gefühle durch eine gut erfundene Legende mit einer guten und
lehrhaften Absicht, sondern Erinnerung an ein geschichtlich bezeugtes
Gnadengeschenk Gottes im Alltag.
Gerade bei der Dreieichenwallfahrt zeigt sich die Geschichtlichkeit
durch einen paradoxen Irrtum: besonders deutlich. Wenn der Horner
Kürschnermeister eine geschichtlich Person war, dann muss man seine
Personaldaten im Taufregister, im Trauungsbuch und im Verzeichnis der
Verstorbenen der Pfarre Horn nachprüfen können: und die gegenständlichen
Forschungen der Stadtpfarre Horn bestätigen: Es stimmt, dass ein
Kürschnermeister um das Jahr 1656 in Horn, Pfarrgasse 4 gewohnt hat, als
Witwer ein zweitesmal verheiratet war und drei Töchter hatte. Aber
gerade dadurch ist sein Name „Weingartner“ verloren gegangen.
Als ein Altenburger Pater und zwar der zweite Superior von Maria
Dreieichen , P.Adrian Hofmann OSB 1752, also fast hundert Jahre später,
die sog. „Ursprungslegende“ von Maria Dreieichen verfasste, da kam auf
einmal der Name „Weinberger“ auf. Denn unter den Nachfahren des Stifters
der Dreieichener Marienstatue war niemand mehr, der diesen Namen trug
(die Töchter bekamen alle durch die Heirat neue Familiennamen) und aus
dem Hörensagen wurde drei Generationen später aus dem Namen des
Kürschnermeisters „Weingartner“ ein Kürschnermeister „Weinberger“.
Manche Jubiläen haben es so in sich !
Link zur Pfarre Maria Dreieichen >>>
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